Ein nettes Interview bei gulli mit einem Mitglied des BAG Kritischer PolizistInnen. Part 1 ist für die Tonne, Part 2 allerdings sehr zu empfehlen (Part 3 hab ich noch nicht gelesen), ausser es wächst einem direkt Schaum vor dem Mund, wenn man Demokraten demokratische Lösungsansätze formulieren sieht. Wenn man das abstrahiert, ist es nämlich recht interessant.
Und das ein Bulle mal Gewalt gegen Bullen kleinredet und dafür die Gewalt seiner Kolleg_innen hervorhebt, ist auch eher selten:

Oder nehmen Sie die von mir angeführten Beispiele: Versammlungen, also Demonstrationen, oder SEK-Einsätze. – Wollen wir noch mehr Gerichtsurteile der beschriebenen Art sammeln? Gerade aktuell wird mit den Aktionen von Bürgern gegen das Hamburger Polizeigebäude im Schanzenviertel, bei dem Streifenwagen brannten, Steine gegen Polizeibeamte flogen, “locker” von Mordversuchen schwadroniert.

Versuchter Mord? – Mit Verlaub, ich arbeitete in einer Mordkommission: Die Grenze zum versuchten Mord könnte eher überschritten sein, wenn für den Nahkampf geschulte Beamte mit aller Gewalt einen Schlagstock ins Gesicht oder auf den Hinterkopf schlagen, übermotivierte Uniformträger Menschen bei willkürlichen Festnahmen mit aller Wucht den Kopf auf den Asphalt schlagen. Oder was ist mit dem doppelten Schädelbasisbruch einer flüchtenden Demonstrantin, weil sie von hinten den Schlagstock über den Kopf gezogen bekam? Tod oder Behinderung dürfen nicht einfach in Kauf genommen werden. Kürzlich erhielt ein Polizeiopfer 100.000 Euro Schmerzensgeld. Er ist für immer querschnittsgelähmt.